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Live-Aufnahmen aus dem Herzen der Sonne |
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Seite 1 von 3 Ein Leben auf der Erde ist ohne die Sonne nicht denkbar, sie spendet Licht und Wärme. Die Energie dafür entsteht im Innern des Sterns: Bei etwa 15 Millionen Grad Celsius fusionieren hier die Kerne verschiedener Atome. Dabei senden sie stetig unterschiedliche Strahlung und Partikel aus - einige davon sind die Neutrinos.
Die Elementarteilchen bekommen durch die verschiedenen Prozesse im Sonneninneren unterschiedlich viel Energie mit auf ihren Weg durch die Sonne und quer durch das All. Hochenergetische Neutrinos konnten Forscher bereits in der Vergangenheit in Echtzeit beobachten. Diese stammen aber aus Prozessen in der Sonne, die nur einen kleinen Bruchteil der Energie erzeugen. Die am häufigsten stattfindenden Reaktionen setzen dagegen Neutrinos mit geringer Energie frei.
Ein Team aus internationalen Forschern, darunter Wissenschaftler der Technischen Universität München und des Max-Planck-Instituts für Kernphysik, haben jetzt erstmals diese niedrigenergetischen Neutrinos in Echtzeit beobachtet. Diese neutralen Elementarteilchen stammen aus dem radioaktiven Zerfall von Beryllium im Sonnenkern. Wenn die Forscher diese dann auf der Erde registrieren, können sie live beobachten, wie Energie im Sonneninneren freigesetzt wird. "Das war bisher nicht möglich, da wir in unserem ersten Sonnenneutrinoexperiment dieser Art, Gallex/GNO, niederenergetische Neutrinos nur über die Zeit gemittelt gemessen haben. Noch ganz andere Beobachtungen der Sonne weisen wiederum meist nur Lichtteilchen von ihrer Oberfläche nach", sagt Franz von Feilitzsch von der Technischen Universität München. Diese Photonen brauchen nämlich mindestens 100 000 Jahre, um vom Sonnenkern zur Oberfläche zu wandern. Neutrinos hingegen flitzen ungehindert durch den Gasball. "Die Neutrinoforschung berichtet somit in Echtzeit über den Energieausstoß der Sonne", erklärt Stefan Schönert vom Max-Planck-Institut für Kernphysik: "Sie hat allerdings auch ihre Tücken, denn wir müssen erstmal die Neutrinos messen und wirklich auch nur diese."
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