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In Ostdeutschland entsteht das "Solar Valley". Bei Halle (Sachsen-Anhalt) sollen dank Sonnenkraft mindestens 60 Arbeitsplätze entstehen. Ein Millionenprojekt, in das Wirtschaft und Politiker ihre Hoffnungen setzen.
Die Fraunhofer-Gesellschaft und die Landesregierung von Sachsen-Anhalt planen gemeinsam ein Forschungszentrum für Silicium-Photovoltaik. Die Einrichtung in Halle wird ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Solar Valley in Sachsen-Anhalt sein - und soll zur nachhaltigen Stärkung der deutschen Solarzellenindustrie im globalen Wettbewerb führen, hoffen die Verantwortlichen.
Das Wirtschaftsministerium und das Kultusministerium Sachsen-Anhalts, der Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft und die Leiter der Fraunhofer-Institute für Werkstoffmechanik IWM in Halle und Freiburg und Solare Energiesysteme ISE in Freiburg haben sich auf die Gründung eines neuen Forschungszentrums – Center für Silicium-Photovoltaik, CSP – am Standort Halle/Saale verständigt.
In dem gemeinsam von den Fraunhofer-Instituten IWM und ISE betriebenen CSP, das in der Endausbaustufe mindestens 60 Arbeitsplätze bieten wird, entsteht ein weltweit einmaliges Kristallisations- und Materialanalysezentrum, in dem gezielte Forschung und Entwicklung zu Silicium-Material durchgeführt wird. Diese Arbeiten erfolgen in Zusammenarbeit mit Industriepartnern. In weiteren Schwerpunkten werden Konzepte für Silicium-Dünnschichtzellen und Modulintegration entwickelt. Der Aufbau der Forschungskapazität soll nach erfolgter Zustimmung durch die EU möglichst noch 2007 in vorhandenen und angemieteten Gebäuden in Halle starten. Parallel soll mit der Planung eines Neubaus begonnen werden.
Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff begründet das Engagement des Landes Sachsen-Anhalt mit dem Ausbau der Arbeitsplätze in diesem Industriezweig: „Mittlerweile stammen nahezu 10 Prozent der weltweiten Solarzellenproduktion aus Sachsen-Anhalt. Wir haben bereits jetzt über 1.500 Arbeitsplätze in der Solarzellenindustrie und möchten den Ausbau auf über 5.000 im Jahr 2010 mit dem neu gegründeten Zentrum unterstützen. Dies stärkt uns nicht nur mit Blick auf diese Zukunftsbranche im internationalen Wettbewerb und erhöht die Attraktivität der Region für weitere industrielle Ansiedlungen. Von Sachsen-Anhalt aus erhält die Solarbranche in ganz Deutschland unschätzbare technologische Impulse zum Ausbau ihrer führenden Position weltweit.“
Kultusminister Prof. Dr. Olbertz machte deutlich, dass die erhebliche Mitfinanzierung durch das Kultusministerium an die Erwartung der Landesregierung gebunden sei, dass die Martin-Luther-Universität über einen Kooperationsvertrag an der Gerätenutzung beteiligt und ihre Potenziale anwendungsorientierter Grundlagenforschung konzeptionell integriert werden.
Von den am Fraunhofer-CSP gewonnenen Erkenntnissen wird vor allem der Mittelstand profitieren. Durch neu- und weiterentwickelte Technologien entsteht ein Innovationsschub. Marktpositionen und Exportchancen werden erhöht. Bisherige Analysen und Berechnungen gehen davon aus, dass neben dem Ausbau der Arbeitsplätze in der Solarzellenproduktion auch in erheblichem Umfang Arbeitsplätze sowie Ausbildungsplätze im Zulieferungs- und Ausrüstungsbereich in kleinen und mittelständischen Unternehmen entstehen werden.
Die Initiatoren des Zentrums sind das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM mit seinen Standorten in Freiburg und Halle und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE mit seinen Standorten in Freiburg, Gelsenkirchen, und Freiberg. Das Fraunhofer IWM bringt sein Know-how auf dem Gebiet der Optimierung und Bewertung von Silicium-Prozesstechnologien und Modulintegration mit ein, das Fraunhofer ISE, das größte Solarforschungsinstitut in Europa, seine Kompetenzen in der Materialherstellung, Solarzellen- und Modulentwicklung und Charakterisierung. Das neue Forschungszentrum für Silicium-Photovoltaik am Standort Halle soll die bisherigen Aktivitäten beider Institute ergänzen und durch Nutzung von Synergien die Effektivität der bisherigen Aktivitäten weiter steigern. Die Institute stehen in engem Kontakt zu den Photovoltaikfirmen in Mitteldeutschland, welche gezielt durch die geplanten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten unterstützt werden sollen.
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